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Ahrensburg, im Juni 2022

Ansprache von Roland Spahn zum Sommerfest der Spahn-Hamburg-Gruppe am 18.06.2022

"Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Gäste!

Wie Sie alle wissen, bin ich eher ein Mann des geschriebenen und weniger des gesprochenen Wortes, sodass ich auch nur selten ein Mikrophon in die Hand nehme, um irgendetwas zum Besten zu geben.

Der aktuelle Anlass scheint mir aber wichtig genug zu sein, Sie darum zu bitten, Ihre derzeitigen Aktivitäten einmal kurz zu unterbrechen und mir zuzuhören.

Denn was ich zu sagen habe, betrifft (neben einem einführenden Gelaber) in großem Umfang die Zukunft unserer Firmen.

Also erst mal das Gelaber:

Als ich 1988, also vor 34 Jahren, im gleichen Jahr mein Studium beendete, meine Frau zum Altar führte und zu arbeiten begann, stand noch keinesfalls fest, wie sich mein Leben einmal entwickeln würde. Ich will nicht umhin zuzugeben, dass ich durchaus mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde und dass ich Zeit meines Lebens bisher niemals materielle Not erleben musste. Trotzdem war ich – wie wohl jeder junge Mann und jede junge Frau in dem Alter – unsicher, ob ich die in mich gestellten Erwartungen meiner Vorväter und auch meiner selbst würde erfüllen können.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich schon viel früher, nämlich während meiner Zivildienstzeit in München, im zarten Alter von 20 Jahren anlässlich eines Besäufnisses in einer Kneipe in der Türkenstraße einem guten Freund meinen Lebens-Plan wie folgt beschrieb: Ich wollte privat ein guter und treuer Familienvater werden und ich wollte beruflich eine eigene Firma haben, welche ich in patriarchalischem Stile zum Wohle aller Beteiligten erfolgreich führen würde. Das, meine Damen und Herren, ist mir gelungen!

Zwei Jahre, nachdem ich – unwissend wie ich war - in die Firma meines Vaters Heinrich Spahn eingetreten war, musste ich schon alleine zurechtkommen. Mein Vater hatte im Büro überraschend einen Schlaganfall erlitten, sodass mir vollkommen unvorbereitet die Führung gleich mehrerer Firmen zufiel. Zu dem Zeitpunkt waren das die Firmen Heinrich Spahn und Cupromet in Hamburg, die Socomal in Frankreich, sowie die Firma Richter in Österreich. Ich tat das, was sich auch später in ähnlichen Situationen als richtig erweisen sollte: Nämlich erst mal nichts. Die Firmen waren zu dem Zeitpunkt zwar weder besonders gut aufgestellt, noch besonders profitabel. Aber unter dem Strich reichte es, um eine Neustrukturierung in Ruhe angehen zu können.

Mein Herz schlug eigentlich viel mehr für den Verkauf von Waren und den ständigen Austausch mit Kunden und Lieferanten, dem ich fast meine gesamte Zeit und Energie widmete. Im Laufe der Zeit organisierte ich aber auch intern vieles neu, verkaufte unsere Anteile an der Cupromet und an der Firma Richter und gründete zusammen mit einem Partner die Firma Beierlein, welche sich im weitesten Sinne mit EDV beschäftigte und immerhin auch 20 Jahre lang existierte. Heinrich Spahn und Socomal gibt es noch heute. Sie erwirtschaften nach wie vor auskömmliche Erträge, um eine Reihe von Mäulern stopfen zu können. In dieser ganzen Zeit (immerhin 10 Jahre lang) hatte ich mit Hartmann eigentlich nichts zu tun.

Die meisten von Ihnen wissen, dass die Firma Hartmann, 1925 gegründet und jahrzehntelang erfolgreich von meinem Großvater Walter Hartmann geführt, Ende der Neunzigerjahre in eine schwere Krise geriet, welche einen Notverkauf des Geschäftsfeldes Fenster, Türen und Fassaden an einen Wettbewerber erforderlich machte. Im Hintergrund wirkte ich an diesem Verkauf bereits mit. Am Ende verließen etwa 280 Personen das Unternehmen und mir wurde von der Familie die rühmliche Aufgabe übertragen, den auch weiterhin äußerst defizitären Bereich der ‚Metall-Abteilung‘ entweder zu schließen oder wieder an den Start zu bringen. Ohne wirkliche Hoffnung, dass Letzteres gelingen würde, tat ich auch jetzt : Zunächst mal: Nichts.

Sondern machte mir – zusammen mit den auch heute noch tätigen Mitarbeitern Sascha Michalke, Rainer Lewitz und Michael Wachsmann Gedanken darüber, wie man die Karre vielleicht doch noch aus dem Dreck würde ziehen können. Die ebenso geniale wie banale Grundidee dazu kam dann von Herrn Wachsmann. Der stellte nämlich die Frage nach der Profitabilität eines jeden einzelnen Auftrages. Wir entwickelten eine einfache Formel und stellten fest, dass der weitaus größte Teil unserer laufenden Aufträge schlichtweg unwirtschaftlich war. Diese Erkenntnis führte dann im Ergebnis zu einer Rosskur, die ich nie vergessen werde. Ich sprach an einem einzigen Tag 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma Hartmann die Kündigung aus. Darunter waren viele gute Leute, die überhaupt nichts dafür konnten und die alleine auf Grund der sozialen Auswahl und ihrer kürzeren Firmenzugehörigkeit von der Kündigungswelle erfasst wurden. Das, meine Damen und Herren, war der schwärzeste Tag meines Berufslebens.

Was dann folgte ist Geschichte. Hartmann erholte sich und die ganze Gruppe wurde langsam aber kontinuierlich weiterentwickelt. Es wurden Firmen geschlossen (darunter auch die Beierlein) und neue hinzugegründet. Heute beschäftigt unsere Gruppe in zwei Ländern ca. 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf sicheren Arbeitsplätzen.

Das Ganze funktionierte und funktioniert natürlich nur mit Ihrer aller Mitarbeit und – nicht zu vergessen – mit der engelsgleichen Geduld meiner Frau, die all‘ das zu ertragen hat, was ich Ihnen nicht zumuten kann. An dieser Stelle also nochmals vielen Dank an Sie alle und vielen Dank an Dich, Ellen !
Trotzdem: Ein bisschen von dem Erfolg rechne ich auch mir selber zu und darauf – meine Damen und Herren - bin ich einfach stolz!

Soweit zum Gelaber.
Nun ist es an der Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Der größte Feind des Mittelstandes, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist eine alternde Geschäftsführung der Eigentümer, die den Absprung nicht schaffen und ihr Lebenswerk am Ende nicht selten selber noch zerstören. Ich haben das selber sowohl bei meinem Großvater als auch bei meinem Vater erlebt. Beide tolle Kaufleute, am Ende Ihrer Zeit aber unfähig, einer sich verändernden Welt weiter zu folgen. Und so habe ich mir nach dem Vorbild eines großen italienischen Konzerns zur Regel gemacht, dass eine Geschäftsführerin bzw. ein Geschäftsführer in den Firmen meiner Gruppe nicht älter als 61 Jahre alt sein soll. Das
bedeutet nicht, dass jemand in dem Alter aus dem Unternehmen ausscheidet. Es bedeutet nur, dass sie oder er ihre bzw. seine Funktion an der Spitze mit der nächsten Generation tauscht.

Herr Knoff in Firma Rackl war der erste Kandidat, den diese Regel erfasste. Er gab schon vor einigen Jahren die Geschäftsführung an die Herren Martin Fuchs und Goran Djordjevic ab und agiert heutzutage in der Firma noch bis zu seiner Rente erfolgreich als Libero. Der Wechsel ist gut gelungen, die Power der Jüngeren in Verbindung mit der Erfahrung der Älteren trägt Früchte.

Ich selber, meine Damen und Herren, bin nun 62 Jahre alt und ebenfalls an der Reihe. Gleiches gilt für Herrn Wachsmann, der zum Ende dieses Jahres ebenfalls 62 wird. Eigentlich wollten wir unsere Demission schon auf dem Sommerfest im letzten Jahr bekannt geben. Corona hat das verhindert, sodass es nun ein Jahr später wird. Und daher gebe ich nun also auch offiziell bekannt, dass Herr Michael Wachsmann und meine Person zum 31.12.2022 aus der Geschäftsführung von Hartmann ausscheiden werden. Neue Geschäftsführer werden Herr Gregor Krausa (für den operativen Bereich) und Herr Sascha Michalke (Für das Controlling und für alles andere, was er nicht lassen kann).

Auch in Frankreich wird es Veränderungen geben. Zurzeit ist dort Herr Nicolas Rohmer, der auf Grund einer Familienfeier heute nicht bei uns sein kann, alleiniger Geschäftsführer der beiden operativen Firmen Socomal und Hartmann France. Herr Rohmer hat noch ein paar Jahre bis zur Erreichung seines 61. Lebensjahres. Er bekommt jedoch trotzdem demnächst Verstärkung durch unseren Mitarbeiter Thibaudt Waeckel, einem jungen Mann, den wir in Frankreich zum Techniker ausgebildet haben, der aber irgendwie auch auf die kaufmännische Schiene geraten ist und dort schon so viel Blut geleckt hat, dass er es nicht mehr lassen kann. Herr Waeckel ist heute unter uns. Also wird es auch in Frankreich demnächst wieder zwei Geschäftsführer geben; ein weicher Übergang beim Ausscheiden von Herrn Rohmer ist auf diese Weise auch schon vorbereitet.

In der alupor, meine Damen und Herren, ist ebenfalls schon ein sanfter Wechsel in die nächste Generation erfolgt. Schon vor einigen Jahren hatte unser Alt-Gesellschafter Joachim Woker seine Anteile an Herrn Zatloukal und mich weitergegeben (das war schon bei der Gründung der Gesellschaft so vereinbart worden) und ich habe sodann einen Teil davon wiederum an Herrn Denys Boyko verkauft. Auch er ist heute anwesend. Es ist vorhersehbar, dass Herr Boyko eines Tages die Zügel der alupor alleinverantwortlich übernimmt und Herrn Zatloukal in der Geschäftsführung ablöst.

Was nun die Firma Heinrich Spahn angeht, meine Damen und Herren, bestätigt sich die alte Wahrheit, dass es eben doch keine Regel ohne Ausnahme gibt. An dieser Stelle habe ich mich einfach noch nicht festgelegt und werde zunächst einmal noch selber weiter machen. Der Grund hierfür liegt überwiegend im privaten Bereich, denn auch ich kann das Mausen noch nicht lassen. Die Firma ist allerdings auch so stark und wendig, dass die Hoffnung durchaus berechtigt ist, dass ich sie in diesem Leben nicht mehr kaputt bekommen kann.

Soweit zur Frage der zukünftigen Führungsstrukturen.

Die nächste Frage, welche mich schon seit vielen Jahren beschäftigt, ist die Frage des Eigentums.

Sie alle kennen unsere Tochter Maria, die sich eines wundervollen Lebens erfreut und auch heute hier anwesend ist. Unschwer erkennbar ist jedoch auch, dass sie mit all‘ den Firmen nichts wird anfangen können.

Meine Frau und ich sind uns darüber einig, dass Maria in ihrem Leben zwar sehr gut versorgt sein soll, jedoch kein Vermögen in dem Sinne erben sollte, wie wir es heute unser Eigen nennen. Zu groß ist die Gefahr, dass sich nach uns eine gierige Schar von Anwälten über ihren Kopf hinweg um dieses Vermögen balgt. Eine Weitergabe der Firmen an die desinteressierte sonstige Verwandtschaft (Anwesende natürlich ausgenommen), der ich im Laufe der Jahrzehnte ihre Anteile Stück für Stück abgekauft habe (und immer noch Kredite dafür abbezahle), kommt natürlich auch nicht infrage.

Die Lösung, meine Damen und Herren, heißt Stiftung. Ich bin derzeit dabei, eine Stiftung ins Leben zu rufen, welche den Namen meines Großvaters tragen soll. Eben die Walter Hartmann Stiftung.

Im ersten Schritt werde ich die Firmen Hartmann Deutschland, Hartmann France und Rackl in diese Stiftung einbringen, der Rest folgt dann sukzessive durch weitere Einbringung von Firmenanteilen zu Lebzeiten oder – auch das ich nicht vermeidbar – schlicht durch Vererbung.

Die Stiftung soll gemeinnützig sein und folgende Aufgaben übernehmen:

1. Das Finanzieren und Betreiben einer Wohneinrichtung für behinderte Menschen in Ahrensburg (deren Bau mit zwölf Wohnungen schon in die Wege geleitet wurde)
2. Die Förderung der Verständigung der Völker (beispielsweise durch die Finanzierung von Reisen für Kinder und Jugendliche ins Ausland) und
3. Das Fördern und/oder Betreiben eines Anti-Fake-Portals, welches auf investigative Art die unzähligen Nachrichten insbesondere aus den sozialen Netzwerken auf ihren Wahrheitscharakter abklopft und dann seine Ergebnisse veröffentlicht.

Es kann gut sein, dass dieser Aufgabenbereich noch erweitert wird. So richtig konkret kümmern meine Frau und ich uns erst einmal nur um den Bau der Wohneinrichtung, in die natürlich auch unsere Tochter in ca. 2 Jahren einziehen soll.

Meine Frau und ich beabsichtigen auch, noch eine Weile den Vorstand in dieser Stiftung zu stellen. Allerdings gibt es auch hier schon einen Ausblick in die Zukunft. Erst vorletzte Woche hat Herr Claas Eckhardt, seines Zeichens Rechtsanwalt und als Sohn von Caroline Eckhardt Urenkel von Walter Hartmann, sein Interesse an der Stiftung bekundet. Womit dann, wenn man so will, bereits die vierte Generation nach Walter Hartmann, auf den Plan tritt.

Am Ende soll jedenfalls nach außen alles weiterlaufen wie bisher, hart am Wind und mit allem, was für ein Wirtschaftsunternehmen dazugehört. Die Überschüsse daraus sollen jedoch nicht mehr einer Person, sondern einem guten Zweck dienen.

Ich glaube, mit dieser Lösung können auch Sie gut leben.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit."

 

 

Ahrensburg, im Februar 2021

Seit März 2020 ist die Firma Heinrich Spahn nun auch in Geschäfte mit dem Werkstoff Stahl eingetreten.

Zunächst erfolgte dies über eine außerordentlich erfolgreiche Kooperation mit der Firma WIT in Eicklingen, seit dem 1. Februar 2021 nun in Eigenregie durch friedliche Übernahme von deren Mitarbeiter*innen.

Das Geschäft entfällt auf zwei Bereiche:

- Zum einen auf den Vertrieb von Stahl-Rohren, welcher nach wie vor durch unser neues Büro in Eicklingen vorangetrieben wird

- Zum anderen den weltweiten Handel mit deklassiertem Material, welches für die Verschrottung zu schade ist und irgendwo auf der Welt oftmals noch einen Abnehmer findet. Dieses Geschäft wird von unserem Stammsitz in Ahrensburg aus betrieben.

 

 

Ahrensburg, im Juni 2020

Betrifft: Atradius, Kreditversicherung

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit einigen Wochen stellen wir fest, dass der Kreditversicherer ATRADIUS auf die beiden Firmen Heinrich Spahn GmbH & Co. KG sowie W. Hartmann & Co. (GmbH & Co. KG) keine neuen Limits mehr zeichnet. In den Begründungen heiß es z.B.

Grundlage (…) ist die uns vorliegende Bilanz vom 31.März 2019. Diese

  • zeigt hohe Finanzaufwendungen in Relation zum Betriebsergebnis.
  • zeigt hohe Verbindlichkeiten in Relation zum Eigenkapital

Oder (noch skurriler) :

Grundlage (….) sind vertrauliche Informationen, die wir nicht weitergeben können

Wir haben mehrfach versucht in Erfahrung zu bringen, um was für Informationen es sich dabei handelt (Auf Wunsch stellen wir Ihnen den einschlägigen E-Mail-Verkehr gerne zur Verfügung). Leider ohne Erfolg. Wahrscheinlich sind die so vertraulich, dass man sie auch uns nicht mitteilen möchte.

Da alle anderen Kreditversicherer keinerlei Probleme mit der Zeichnung der erforderlichen Limits haben, unsere Banken vollkommen entspannt sind und wir zudem über ausreichend liquide Mittel verfügen, um alle unserer Rechnungen innerhalb der vereinbarten Skontofristen bedienen zu können, müssen wir davon ausgehen, dass Atradius mit falschen Zahlen operiert, die vielleicht irgendeine schlecht ausgeschlafene Azubine seinerzeit eingetippt hat.

Eigentlich ist es uns auch egal, ob Atradius uns nun versichert oder nicht. Wir kommen auch ohne die aus.

Damit aber auch Sie als atradiusgeschädigter Lieferant im Rahmen einer Geschäftsbeziehung zu uns nicht um Ihren wohlverdienten Schlaf kommen, bieten wir folgende Lösungen an:

  • Bei Einzelgeschäften können wir Ihre Rechnungen gegen ein zusätzliches Prozent Skonto mit Vorkasse regulieren.
  • Für einen laufenden Geschäftsbetrieb können wir Ihnen von vier deutschen Bankinstituten Bankbürgschaften in der gewünschten Höhe stellen. Diese wären dann allerdings jeweils mit 3 % p.a. zu verzinsen.

Bitte beachten Sie hierbei, dass Sie in beiden Fällen keine Versicherungsprämien mehr an Atradius zu leisten hätten.

Natürlich müssen auch wir hierbei auf unsere tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten abstellen. In Summe sollten diese Vorleistungen daher einen Betrag in Höhe von 5 Millionen Euro nicht übersteigen.

Mit freundlichen Grüßen

Roland Spahn

© 2013: HEINRICH SPAHN GmbH & Co. KG